Das Google Institute hat ORLAN angeboten, ein neues technologisches Tool zu testen, mit dem sich leuchtende Zeichnungen im Raum erstellen lassen. Die Künstlerin schafft eine Serie surrealistischer Selbstporträts in Bewegung.
Vorentwürfe des ORLANOids, 2014
Selbstporträt mit Blut, entstanden während der 7 . chirurgischen Performance, 1993
Am 30. Mai 1990 in einer entweihten Kirche namens „All Saints“ in Newcastle, England, kündigte ORLAN im Rahmen einer einleitenden rituellen Performance ihre Entscheidung an, die „Chirurgischen Performance-Operationen“ durchzuführen, und verlas dabei ihr Manifest der „Fleischlichen Kunst“, das sie 1989 verfasst hatte.
„DIE REINKARNATION DER HEILIGEN ORLAN ODER NEUE BILDER – BILDER, DIE ALS CHIRURGISCHE EINGRIFFE ODER PERFORMANCES BEZEICHNET WERDEN“ ist eine Serie von neun Performances, die ORLAN zwischen 1990 und 1993 in Paris, in Brüssel und in New York. ORLAN schuf diese Serie, um die Chirurgie in ihren gewohnten Mustern der Verschönerung und Verjüngung zu stören und chirurgische Eingriffe durchzuführen, die nicht Schönheit, sondern Hässlichkeit, Monstrosität und Unerwünschtheit hervorbringen sollten.
Der Kerngedanke dieser chirurgischen Eingriffe bestand darin, Stereotypen und Vorurteile zu bekämpfen. ORLAN ist nicht gegen die Schönheitschirurgie, sondern gegen das, was daraus gemacht wird. Sie nutzt diese Technik daher, um sich selbst neu zu erfinden, indem sie die Maske des Angeborenen in Frage stellt. Die wichtigste Voraussetzung bei den verschiedenen Chirurg:innen war die Schmerzfreiheit, da ORLAN für den „Körper als Quelle der Lust“ eintritt. Bei jeder Performance schmückte ORLAN den Operationssaal, der durch diese Geste zu ihrem Künstleratelier wurde. Sie selbst sowie das gesamte medizinische Personal wurden von einem renommierten Designer kostümiert, der mit der Künstlerin zusammenarbeitete. Die Performances wurden durch Lesungen untermalt, und wann immer es der operative Eingriff zuließ, schuf ORLAN Bilder, drehte Filme, produzierte Videos, machte Fotos und fertigte Zeichnungen mit ihrem Blut und ihren Fingern an, Reliquien aus ihrem Fett und ihrem Fleisch, eine Art „Heilige Leichentücher“ aus ihrem getrockneten Blut und medizinischer Gaze, die bei der Operation angefallen war und auf die sie Fototransfers aufbrachte, sowie Objekte, die anschließend in Museen und Galerien ausgestellt wurden.
Die 7. chirurgisch-performative Aktion mit dem Titel „Omniprésence“ fand am 21. November 1993 in New York in Zusammenarbeit mit der Sandra Gering Gallery statt.
Im Rahmen dieser Aktion wurde ORLAN von der feministischen Chirurgin Dr. Marjorie Kramer operiert und von der Modedesignerin Lan Vu und ihrem Team eingekleidet. Die Fotos wurden von Robert Puglisi und Vladimir Sichov für Sipa-Press aufgenommen (die Fotos sind lizenzfrei).
Zum medizinischen Team und zum Team des STUDIO ORLAN gehörte eine Frau, die sich auf die Gebärdensprache für Gehörlose und Schwerhörige spezialisiert hatte; diese Person war dazu da, daran zu erinnern, dass wir alle zu bestimmten Zeiten taub oder schwerhörig sind. Ihre Anwesenheit im Operationssaal setzte eine ganz eigene Körpersprache in Szene. Als Assistent war zudem Raphaël Cuir anwesend, ebenso wie der Videokünstler Tom Klinkowstein, der für die Satellitenübertragung zuständig war, Sophie Thompson übernahm die Übersetzung ins Englische, sowie die damals berühmte Star-Moderatorin Connie Chung, die darum gebeten hatte, gemeinsam mit ORLAN im Operationssaal zu sein, und einen ausführlichen Beitrag verfasste, der um 20 Uhr in den Abendnachrichten auf CNN ausgestrahlt wurde. Sie reiste nach Frankreich, um der Hochzeit von ORLAN und Raphaël Cuir in der Sologne beizuwohnen.
Bei diesem legendären Eingriff ließ sich ORLAN feste Silikonimplantate einsetzen, wie sie üblicherweise zur Betonung der Wangenknochen verwendet werden, und zwar auf beiden Seiten ihrer Stirn. Die Idee bestand darin, einen Eingriff vorzunehmen, der keine Schönheit, sondern im Gegenteil Unerwünschtheit und Monstrosität hervorrufen sollte. ORLAN wollte damit aufzeigen, dass Schönheit ein Diktat der jeweils vorherrschenden Ideologie an einem bestimmten geografischen und historischen Ort im Laufe der Zeit ist. Diese Höcker sind zu Organen der Verführung geworden. ORLAN sagt: „Das ist mein Cabrio.“
Diese Performance wurde dank Christian Vanderborght live via Satellit ins Centre Georges Pompidou in Paris, ins MacLuhan Centre in Toronto, ins Banff Centre for the Arts in Kanada, nach Belgien, Deutschland, Lettland, in Japan, in den Niederlanden, in New York, in Santa Monica sowie in Frankreich in Nizza und Lyon übertragen. Die Zuschauerinnen und Zuschauer konnten somit aus verschiedenen Ländern weltweit an der Operation teilhaben und Fragen stellen, die ORLAN live beantwortete, sobald es der operative Eingriff zuließ. Zu den Teilnehmern der Satellitenübertragung im Centre Georges Pompidou gehörten unter anderem Gladys Fabre, Jean-Paul Fargier, Christian Vanderborght und François Barré, der Präsident des Zentrums.
Vorentwurf der Kostüme für die chirurgische Performance Nr. 1, bekannt als „La Licorne“, 1990.
Am 30. Mai 1990 in einer entweihten Kirche namens „All Saints“ in Newcastle, England, kündigte ORLAN im Rahmen einer einleitenden rituellen Performance ihre Entscheidung an, die „Chirurgischen Performance-Operationen“ durchzuführen, und verlas dabei ihr Manifest der „Fleischlichen Kunst“, das sie 1989 verfasst hatte.
„DIE REINKARNATION DER HEILIGEN ORLAN ODER NEUE BILDER – BILDER, DIE ALS CHIRURGISCHE EINGRIFFE ODER PERFORMANCES BEZEICHNET WERDEN“ ist eine Serie von neun Performances, die ORLAN zwischen 1990 und 1993 in Paris, in Brüssel und in New York. ORLAN schuf diese Serie, um die Chirurgie in ihren gewohnten Mustern der Verschönerung und Verjüngung zu stören und chirurgische Eingriffe durchzuführen, die nicht Schönheit, sondern Hässlichkeit, Monstrosität und Unerwünschtheit hervorbringen sollten.
Der Kerngedanke dieser chirurgischen Eingriffe bestand darin, Stereotypen und Vorurteile zu bekämpfen. ORLAN ist nicht gegen die Schönheitschirurgie, sondern gegen das, was daraus gemacht wird. Sie nutzt diese Technik daher, um sich selbst neu zu erfinden, indem sie die Maske des Angeborenen in Frage stellt. Die wichtigste Voraussetzung bei den verschiedenen Chirurg:innen war die Schmerzfreiheit, da ORLAN für den „Körper als Quelle der Lust“ eintritt. Bei jeder Performance schmückte ORLAN den Operationssaal, der durch diese Geste zu ihrem Künstleratelier wurde. Sie selbst sowie das gesamte medizinische Personal wurden von einem renommierten Designer kostümiert, der mit der Künstlerin zusammenarbeitete. Die Performances wurden durch Lesungen untermalt, und wann immer es der operative Eingriff zuließ, schuf ORLAN Bilder, drehte Filme, produzierte Videos, machte Fotos und fertigte Zeichnungen mit ihrem Blut und ihren Fingern an, Reliquien aus ihrem Fett und ihrem Fleisch, eine Art „Heilige Leichentücher“ aus ihrem getrockneten Blut und medizinischer Gaze, die bei der Operation angefallen war und auf die sie Fototransfers aufbrachte, sowie Objekte, die anschließend in Museen und Galerien ausgestellt wurden.